TVE in Zahlen
Gründungsdatum: 10.07.1879
Köln-Ehrenfeld (Stadtbezirk)
sechs Stadtteile: Bickendorf, Bocklemünd/Mengenich, Ehrenfeld, Neuehrenfeld, Ossendorf und Vogelsang
Mitglieder
über 970 (Stand Januar 2026)
Kursangebote
Über 40 unterschiedliche Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Vereinsfarben
gelb, blau
Die Gründung im Jahr 1879
Im Zuge der Industrialisierung stieß Köln im wahrsten Sinne des Wortes an seine Grenzen; die Stadtmauern. Im Zuge der Erweiterung der Stadt wurde Ehrenfeld erschlossen und besiedelt. Dies erfolgte in den Jahren von 1840 bis 1850. Ehrenfeld wurden im Jahre 1879 die Stadtrechte zuerkannt und dies war gleichzeitig das Geburtsjahr des TVE. Die Unabhängigkeit Ehrenfelds endete jedoch bereits im Jahre 1888 und Ehrenfeld wurde der Stadt Köln „einverleibt“.
Die Gründung des TVE am 10. Juli 1879 erfolgte durch die Initiative von Fritz Schröder und sechs weiteren Kölner Bürgern. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde erkannt, dass der Sport einen sinnvollen Ausgleich zu den Belastungen des Alltags darstellt. Überdies waren das damalige „Freizeitangebot“ sowie die finanziellen Möglichkeiten der Bürger beschränkt. Zum ersten Vorsitzenden des TVE im Jahre 1879 wurde Herr Korschiltgen gewählt, dem sich sofort 46 Mitglieder anschlossen.
1879 bis 1900
Im Jahr 1880 übernahm J. Harrer den ersten Vorsitz des TVE. Er erkannte bereits zu diesem Zeitpunkt, dass die Jugendarbeit wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit des TVE sein muss. Er führte das sog. „Schüler- und Zöglingsturnen“ ein. Dies war sehr vorausblickend, denn erst im Jahre 1882 wurde das Turnen und die „körperliche Ertüchtigung“ Bestandteil des Schulunterrichtes.
Die Krise nahte 12 Jahre nach Gründung in den Jahren 1890/1891 und hatte ihre Ursache in der Tatsache, dass nicht ausreichend genug Sportstätten zur Verfügung standen und dem TVE die „Heimat“ - ein Sportheim fehlte.
Im Jahre 1893 wurde die Sportstätte in der Gravenreuthstraße fertiggestellt und die Zahl der Vereinsmitglieder stieg durch die Erweiterung des Sportangebots deutlich an. Die Halle Gravenreuthstraße sollte bis in das nächste Jahrhundert zentrale Sport- und Begegnungsstätte des TVE sein. Neben dem eigentlichen Turnen wurde ab 1889 bereits Schwimmsport angeboten und dies acht Jahre bevor der erste Kölner Schwimmverein gegründet wurde.
1900 bis 1929
Der Sportbetrieb in der Gravenreuthstraße war für längere Zeit wesentlicher Bestandteil des Sportangebots des TVE. Dies änderte sich mit der Fertigstellung des Neptunbades im Jahres 1912, denn neben dem traditionellen Turnen entwickelte sich die im Neptunbad angesiedelte Schwimmabteilung sehr schnell. Emanzipation wurde großgeschrieben und bereits im Jahre 1904 wurde das „Turnen für Frauen“ fester Bestandteil der Aktivitäten des TVE.
Als der TVE ein halbes Jahrhundert bestand, wurde in den 1930er Jahren das Sportangebot nochmals deutlich erweitert und der TVE erhielt eine Fechtabteilung. Die Fechtabteilung beteiligte sich an einer Vielzahl von Deutschen Meisterschaften und Landesmeisterschaften und belegte die vorderen Plätze. In diesen Jahren waren auch die anderen Abteilungen des TVE nicht nur sportlich aktiv, sondern sehr erfolgreich
1929 bis 1945
Der Beginn des 2. Weltkrieges hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf den Sportbetrieb. Mit der wachsenden Intensität des Krieges und dem Verlust einer „normalen“ Lebenssituation kam auch der Sportbetrieb zum Erliegen. Nicht zum Erliegen kamen jedoch die im TVE gebildeten Freundschaften der Familien.
Der Zusammenhalt der „TVE-Familie“ half vielen Vereinsmitgliedern, die schrecklichen Kriegsjahre zu überstehen. Ganz besonders solidarisierten sich die Frauen - auf sich gestellt - ohne Männer. Hier galt es, so mancher „Turnschwester“ zu helfen und sich gegenseitig zu unterstützen.
1945 bis 1989
Der schreckliche Krieg hatte ein Ende und es galt nach vorne zu schauen. Die Gemeinschaft war zerschlagen, viele hatten ihr Leben verloren, waren durch die Wirkung des Krieges stark angeschlagen oder noch in Kriegsgefangenschaft. Aber es sollte möglichst schnell wieder ein normales Leben einkehren.
Karl Halfen, der ab 1937 und bis zum vollständigen Erliegen des Sportbetriebes im Jahre 1944 den Verein aktiv führte, kümmerte sich um den Neubeginn. Am 26.12.1945 konstituierte er den TVE im Lokal „Keubgen“ neu und bereits zu diesem Zeitpunkt wurde seine Maßnahme von 50 weiteren Mitgliedern unterstützt. Der Aufbau der Sportstätten führte wieder zu einer raschen Entwicklung des Sportbetriebes.
Der TVE bekam in den 1960er Jahren auch sein erstes eigenes Vereinsheim auf dem Sportplatz auf der Venloerstraße. Hier etablierte sich die Faustballabteilung. Das Vereinsheim wurde auch zur Begegnungsstätte für viele gemeinsame Feste und Veranstaltungen.
Neben dem klassischen Turnbetrieb etablierten sich im Laufe der Jahre einige weitere Sport-angebote. Im Jahre 1979 konnte der TVE auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Im Jahre 1986 erfuhr der TVE eine besondere Ehrung durch die Auszeichnung mit der Sportplakette des Bundespräsidenten.
1989 bis heute
Im Jahre 1989 - der TVE ist inzwischen 110 Jahre alt – hatte der Verein über 700 Mitglieder und ein breites Sportangebot in neun verschiedenen Abteilungen. Neben den klassischen Angeboten in den Bereichen Gymnastik, Turnen, Schwimmen und Ballsport kamen Tischtennis, Zumba, Tanzen für Kids und zahlreiche Kinderkurse (Kinderturnen und Eltern/Kind-Turnen) dazu und sind bis heute ein fester Bestandteil des Sportangebots.
Im Jahr 2019 konnte der TVE sein 140-jähriges Bestehen mit einem großen Sommerfest mit allen Mitgliedern und vielen Gästen feiern.
Während der Coronapandemie in den Jahren 2020 und 2021 musste der Sportbetrieb zum Teil komplett eingestellt werden. Unsere Mitglieder zeigten sich aber sehr solidarisch und es gab nur sehr wenige Vereinsaustritte. Auch der Verein zeigte Solidarität gegenüber den Trainer*innen und bezahlte die Honorare bei Bedarf weiter. Auch hier gab es daher seitens der Trainer*innen sehr wenige Kündigungen. Die Kurse wurden zum Teil online angeboten oder ggf. draußen.
Nach dem Ende der Pandemie konnten wir das Kursangebot sehr schnell wieder auf das alte Niveau „hochfahren“; es gab darüber hinaus auch nach den Lockdowns eine sehr hohe Nachfrage nach Bewegungsangeboten, so dass die Mitgliederzahlen nach der Pandemie stetig gewachsen sind.
Dank der Fördermittel aus dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ der Staatskanzlei NRW konnte der TVE zwei große und wichtige Bauprojekte umsetzen.
Im Jahr 2021 wurde der vorhandene Beachvolleyballplatz auf dem Außengelände des TVE (Venloerstraße 969) durch drei weitere Felder erweitert. Dies führte seit 2021 bis heute u.a. zu einem sehr starken Anstieg an Mitgliedern im Bereich Beachvolleyball.
Im Jahr 2025 startete dann auch Dank der Fördergelder vom Land NRW, der Stadt Köln und anderer Sponsor*innen wie der Sparkasse KölnBonn und der Mitglieder der Neubau des Vereinsheims. Das alte Vereinsheim (eine Baracke aus den 1960er Jahren) war sehr marode und musste abgerissen werden. Der Neubau wird Mitte 2026 fertig sein und kann dann hoffentlich wieder von allen Mitgliedern als Begegnungs- und Veranstaltungsstätte genutzt werden.